Digitale Kommissionierung

Was kostet ein Pick-by-Light-System? Preise, Kostentreiber und ein Rechenbeispiel

9. September 2026

ekko Wissen
Pick-by-Light Kosten

Wer nach Pick-by-Light-Preisen sucht, findet vor allem eines: „Fragen Sie uns an." Dabei lässt sich die Frage deutlich konkreter beantworten. In diesem Beitrag schlüsseln wir auf, aus welchen Kostenblöcken ein Pick-by-Light-System besteht, welche Faktoren den Preis wirklich treiben, wie eine beispielhafte Investitionsrechnung für eine Kommissionierzone aussieht — und ab wann sich das System bezahlt macht.

Die Kurzantwort: Die Hardware kostet marktüblich zwischen 80 und 250 Euro pro Lagerfach, je nach Anzeigetyp. Der größte Preisunterschied entsteht aber nicht bei den Modulen, sondern bei der Installation: Verkabelte Systeme erfordern Elektroinstallation an jedem einzelnen Fach — kabellose Funk-Systeme sparen diesen Block komplett ein. Typische Projekte amortisieren sich in unter zwölf Monaten.

Die fünf Kostenblöcke eines Pick-by-Light-Systems

Das Prinzip ist in fünf Schritten erklärt:
  1. Hardware je Fach. Das Modul am Lagerfach ist der sichtbarste Posten: von der einfachen LED-Anzeige mit Quittiertaste bis zum Modul mit Mengen-Display oder ePaper-Anzeige. Marktüblich liegen die Kosten je nach Ausstattung zwischen 80 und 250 Euro pro Fach. Die Faustregel: Je mehr Information direkt am Fach angezeigt werden soll (Menge, Artikel, Auftrag), desto höher der Modulpreis.
  2. Infrastruktur und Installation. Hier trennt sich der Markt. Verkabelte Systeme brauchen Stromversorgung und Datenleitung an jedem Fach: Kabelkanäle, Verteiler, Controller — und einen Elektriker. Je nach Regalsituation kommen so schnell 50 bis 150 Euro zusätzlich pro Fach zusammen, plus Stillstandszeit während der Installation. Kabellose Systeme ersetzen das durch wenige Funk-Gateways: Die Module werden am Bestandsregal montiert und sind betriebsbereit.
  3. Software und Lizenz. Klassisch als Einmallizenz mit Wartungsvertrag, zeitgemäß als SaaS-Abo inklusive Updates, Support und Hosting. Das SaaS-Modell verschiebt die Kosten vom Invest in den Betrieb — wichtig für die Vergleichbarkeit von Angeboten: Immer die Gesamtkosten über drei bis fünf Jahre nebeneinanderlegen.
  4. Integration. Das System muss Aufträge aus ERP, WMS oder MES empfangen und Quittierungen zurückmelden. Ob das ein eigenes IT-Projekt wird oder eine Konfigurationsaufgabe, ist einer der größten versteckten Preisfaktoren: Individuell programmierte Schnittstellen kosten schnell einen fünfstelligen Betrag — Plattformen mit offenen Standard-Schnittstellen (REST-API, Webhooks) reduzieren das auf die Konfiguration.
  5. Einführung und Betrieb. Prozessanalyse, Pilotaufbau, Schulung — und im Betrieb Batterien bzw. Energie, gelegentliche Modul-Tausche und die Anpassung bei Sortimentswechseln. Gerade der letzte Punkt wird unterschätzt: Bei verkabelten Systemen ist jede Layout-Änderung ein neuer Installationseinsatz.

Der größte Kostenhebel: verkabelt oder kabellos

Die Modulpreise der Anbieter liegen oft näher beieinander, als man denkt. Was Projekte wirklich unterscheidet, ist die Infrastruktur: Bei einem verkabelten System mit einigen hundert Fächern macht die Elektroinstallation häufig 30 bis 50 Prozent der Gesamtinvestition aus — Kosten, die bei Funk-Systemen schlicht nicht anfallen. Dazu kommt die Folgekostenfrage: Wächst das Sortiment oder ändert sich das Regallayout, wird ein Funk-Modul in Minuten versetzt; beim verkabelten System kommt der Elektriker wieder. Wie sich das im Detail auswirkt, haben wir im Beitrag über die Vorteile von Pick-by-Light beschrieben.
Pick-by-Light als kabelloses System

Rechenbeispiel: Kommissionierzone mit 200 Fächern

Ein vereinfachtes Beispiel mit marktüblichen Annahmen — die konkreten Werte hängen von Hardware-Wahl und Regalsituation ab:
  • Kabelloses System: 200 Module à 150 € = 30.000 €, dazu Funk-Gateways und Inbetriebnahme ca. 5.000 € → rund 35.000 € Investition.
  • Verkabeltes System: gleiche Module 30.000 €, dazu Elektroinstallation à 100 € je Fach = 20.000 €, Controller und Verkabelungsmaterial ca. 5.000 € → rund 55.000 € — plus Installationszeit im laufenden Betrieb.
Der Unterschied von rund 20.000 Euro entsteht, bevor das System einen einzigen Pick gesteuert hat. Hinzu kommt die Software: als SaaS-Lizenz laufend, als Kauflizenz vorab — entscheidend ist der Blick auf die Gesamtkosten über die Laufzeit.

Wann rechnet sich Pick-by-Light? Die ROI-Rechnung

Der Return entsteht aus zwei Quellen: eingesparter Zeit und vermiedenen Fehlern. Dieselbe Beispielzone, konservativ gerechnet:
  • Zeitersparnis: Vier Mitarbeitende kommissionieren je 300 Positionen pro Tag. Spart das Lichtsignal nur 5 Sekunden pro Pick (Studien zeigen bis zu ein Drittel Zeitersparnis gegenüber der Papierliste), sind das 1.200 Picks × 5 Sekunden ≈ 100 Minuten pro Tag. Bei 30 € Vollkosten pro Stunde: rund 1.100 € pro Monat.
  • Fehlerkosten: Sinkt die Fehlerquote von 0,3 Prozent auf nahe null, werden bei 1.200 Picks täglich 3 bis 4 Fehlgriffe vermieden. Schon bei moderaten 50 € Folgekosten je Fehler (Nacharbeit, Retoure, Reklamation) sind das über 3.000 € pro Monat — in der Automobilindustrie, wo ein Fehlteil die Linie stoppen kann, deutlich mehr.
Zusammen ergibt das in diesem Beispiel gut 4.000 € pro Monat: Das kabellose System aus dem Rechenbeispiel wäre nach acht bis neun Monaten amortisiert. Das deckt sich mit der Praxis: Die meisten Pick-by-Light-Projekte rechnen sich in unter zwölf Monaten — kabellose schneller, weil die Anfangsinvestition kleiner ist.

Versteckte Kosten: Diese fünf Fragen sollten Sie jedem Anbieter stellen

  1. Was kostet die ERP-Anbindung — Projekt oder Konfiguration? Individualentwicklung ist der häufigste Kostentreiber nach dem Kauf.
  2. Was kostet eine Layout-Änderung? Regale umbauen, Sortiment erweitern: Bei verkabelten Systemen jedes Mal ein Einsatz, bei Funk-Modulen eine Umsteck-Aufgabe.
  3. Bin ich an Ihre Hardware gebunden? Hardware-Lock-in macht jede Erweiterung zum Monopolpreis. Hardwareunabhängige Plattformen halten den Wettbewerb offen.
  4. Was passiert bei neuen Use Cases? Wer später eKanban oder digitale Etiketten ergänzen will, zahlt bei Einzellösungen ein zweites System — auf einer Plattform wird der Use Case aktiviert.
  5. Was ist in der Lizenz enthalten? Updates, Support, Hosting — oder kommt jede Position extra?

Klein anfangen: der Pilot

Niemand muss mit 1.000 Fächern starten. Bewährt hat sich ein Pilot mit einer Zone oder Linie — gerade kabellos ist der Aufbau in Tagen statt Wochen erledigt, und die gemessenen Zahlen aus dem Pilot machen die Investitionsentscheidung für den Rollout einfach. Genau so starten die meisten unserer Projekte: mit der Plug-&-Play-Lösung von ekko auf dem Bestandsregal.

Häufige Fragen zu Pick-by-Light-Kosten

Was kostet ein Pick-by-Light-Modul?

Marktüblich zwischen 80 und 250 Euro pro Lagerfach — einfache LED-Anzeigen liegen am unteren, Module mit Mengen- oder ePaper-Display am oberen Ende der Spanne.

Was kostet die Installation?

Bei verkabelten Systemen kommen je nach Regalsituation 50 bis 150 Euro Elektroinstallation pro Fach hinzu, plus Controller und Kabelwege. Kabellose Systeme brauchen statt dessen nur wenige Funk-Gateways und werden ohne Elektriker am Bestandsregal montiert.

Wie schnell amortisiert sich ein Pick-by-Light-System?

Pick-to-Light steuert die Entnahme, Put-to-Light das Einsortieren: Das Licht zeigt an, in welches Fach ein Artikel gelegt werden soll — etwa beim Einlagern oder Verteilen auf Aufträge. Beide Varianten laufen auf derselben Hardware.

Lohnt sich Pick-by-Light auch für kleine Lager?

Ja, wenn die Pickfrequenz stimmt: Entscheidend ist nicht die Lagergröße, sondern wie oft Positionen angefahren werden. Ein Pilot mit einer einzelnen Zone zeigt die Wirkung, bevor investiert wird.

Kann ich Pick-by-Light mieten statt kaufen?

Die Software wird heute meist als SaaS-Lizenz betrieben (inklusive Updates, Support und Hosting). Für die Hardware sind je nach Projekt auch Miet- oder Leasingmodelle möglich — fragen Sie das im Angebot explizit an.

Was kostet das Nachrüsten bestehender Regale?

Mit kabellosen Modulen im Wesentlichen die Modulkosten selbst: Sie werden ohne Elektroinstallation am vorhandenen Regal montiert. Teuer wird Nachrüsten nur bei verkabelten Systemen.
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