Digitale Kommissionierung

Was kostet ein Pick-by-Light-System? Preise, Kostentreiber und ein Rechenbeispiel

23. September 2026

ekko Wissen
Pick-by-Light Kosten

Wer nach Pick-by-Light-Preisen sucht, findet vor allem eines: „Fragen Sie uns an.“ Dabei lässt sich die Frage deutlich konkreter beantworten. In diesem Beitrag schlüsseln wir auf, aus welchen Kostenblöcken ein Pick-by-Light-System besteht, welche Faktoren den Preis wirklich treiben, wie eine beispielhafte Investitionsrechnung für eine Kommissionierzone aussieht und ab wann sich das System bezahlt macht.

Die Kurzantwort: Die Hardware kostet marktüblich zwischen 10 und 250 Euro pro Lagerfach, je nach Anzeigentyp. Der größte Preisunterschied entsteht aber nicht bei den Modulen, sondern bei der Installation: Verkabelte Systeme erfordern Elektroinstallation an jedem einzelnen Fach. Kabellose Funk-Systeme sparen diesen Block komplett ein und können dadurch eine vergleichsweise schnelle Amortisation ermöglichen. In unserem Rechenbeispiel liegt diese unter Berücksichtigung der Gesamtkosten des Systems bei rund 15 bis 16 Monaten.

Die fünf Kostenblöcke eines Pick-by-Light-Systems

Das Prinzip ist in fünf Schritten erklärt:
  1. Hardware je Fach. Das Modul am Lagerfach ist der sichtbarste Posten: von der einfachen LED-Anzeige mit Quittiertaste bis zur ePaper-Anzeige. Marktüblich liegen die Kosten je nach Ausstattung zwischen 10 und 250 Euro pro Fach. Die Faustregel: Je mehr Information direkt am Fach angezeigt werden soll (Menge, Artikel, Auftrag), desto höher der Modulpreis.
  2. Infrastruktur und Installation. Hier trennt sich der Markt. Verkabelte Systeme brauchen Stromversorgung und Datenleitung an jedem Fach: Kabelkanäle, Verteiler, Controller und einen Elektriker. Je nach Regalsituation kommen so schnell 50 bis 150 Euro zusätzlich pro Fach zusammen, plus Stillstandszeit während der Installation. Kabellose Systeme ersetzen das durch wenige Funk-Gateways (Richtwert: ca. 1 Gateway pro 1000 qm): Die Module werden am Bestandsregal montiert und sind betriebsbereit.
  3. Software und Lizenz. Klassisch als Einmallizenz mit Wartungsvertrag, zeitgemäß als SaaS-Abo inklusive Updates, Support und Hosting. Das SaaS-Modell verschiebt die Kosten vom Invest in den Betrieb und ist wichtig für die Vergleichbarkeit von Angeboten: Hier empfiehlt es sich, immer die Gesamtkosten über drei bis fünf Jahre nebeneinanderzulegen.
  4. Integration. Das System muss Aufträge aus ERP, WMS oder MES empfangen und Quittierungen zurückmelden. Ob das ein eigenes IT-Projekt wird oder eine Konfigurationsaufgabe, ist einer der größten versteckten Preisfaktoren: Individuell programmierte Schnittstellen kosten schnell einen fünfstelligen Betrag. Plattformen mit offenen Standard-Schnittstellen (REST-API, Webhooks) reduzieren das auf die Konfiguration und sind nach kürzester Zeit in wenigen Stunden einsatzbereit.
  5. Einführung und Betrieb. Prozessanalyse, Pilotaufbau, Schulung und im Betrieb Batterien bzw. Energie, gelegentlicher Modul-Tausch und die Anpassung bei Sortimentswechseln. Gerade der letzte Punkt wird unterschätzt: Bei verkabelten Systemen ist jede Layout-Änderung ein neuer Installationseinsatz.

Der größte Kostenhebel: verkabelt oder kabellos

Die Modulpreise der Anbieter liegen oft näher beieinander, als man denkt. Was Projekte wirklich unterscheidet, ist die Infrastruktur: Bei einem verkabelten System mit einigen hundert Fächern macht die Elektroinstallation häufig 30 bis 50 Prozent der Gesamtinvestition aus. Das sind Kosten, die bei Funk-Systemen schlicht nicht anfallen. Dazu kommt die Folgekostenfrage: Wächst das Sortiment oder ändert sich das Regallayout, wird ein Funk-Modul in Minuten versetzt; beim verkabelten System kommt der Elektriker wieder. Wie sich das im Detail auswirkt, haben wir im Beitrag über die Vorteile von Pick-by-Light beschrieben.
Pick-by-Light als kabelloses System

Rechenbeispiel: Kommissionierzone mit 200 Fächern

Ein vereinfachtes Beispiel mit marktüblichen Annahmen, wobei die konkreten Werte von Hardware-Wahl und Regalsituation abhängen:
  • Kabelloses System: 200 Module à 15 € = 3.000 €, dazu Funk-Gateways und Inbetriebnahme ca. 5.000 € → rund 8.000 € Investition.
  • Verkabeltes System: 200 Module à 150 € = 30.000 €, dazu Elektroinstallation à 100 € je Fach = 20.000 €, Controller und Verkabelungsmaterial ca. 5.000 € → rund 55.000 €, plus Installationszeit im laufenden Betrieb.
Der Unterschied von rund 47.000 Euro entsteht, bevor das System einen einzigen Pick gesteuert hat. Hinzu kommt die Software und deren Wartung: als SaaS-Lizenz laufend oder als Kauflizenz mit Wartungsvertrag vorab. Entscheidend ist der Blick auf die Gesamtkosten über die Laufzeit.

Wann rechnet sich Pick-by-Light? Die ROI-Rechnung

Der Return entsteht aus zwei Quellen: eingesparter Zeit und vermiedenen Fehlern. Dieselbe Beispielzone, konservativ gerechnet:
  • Zeitersparnis: Vier Mitarbeitende kommissionieren je 300 Positionen pro Tag. Spart das Lichtsignal nur 5 Sekunden pro Pick (Studien zeigen bis zu ein Drittel Zeitersparnis gegenüber der Papierliste), sind das 1.200 Picks × 5 Sekunden ≈ 100 Minuten pro Tag. Bei 30 € Vollkosten pro Stunde: rund 1.100 € pro Monat.
  • Fehlerkosten: Sinkt die Fehlerquote von 0,3 Prozent auf nahe null, werden bei 1.200 Picks täglich 3 bis 4 Fehlgriffe vermieden. Schon bei moderaten 50 € Folgekosten je Fehler (Nacharbeit, Retoure, Reklamation) sind das über 3.000 € pro Monat. Bei produktionskritischen Prozessen, wo ein Fehlteil die Linie stoppen kann, deutlich mehr.
Wie schnell sich ein Pick-by-Light-System amortisiert, hängt neben den einmaligen Kosten auch von laufenden Lizenzkosten, der Anzahl der Arbeitsplätze und dem tatsächlichen Einsparpotenzial im Betrieb ab.

In unserem Rechenbeispiel stehen einmalige Hardware- und Inbetriebnahmekosten von rund 8.000 € einem monatlichen Einsparpotenzial von rund 4.000 € gegenüber. Für die tatsächliche Wirtschaftlichkeit sind darüber hinaus laufende Kosten über den Nutzungszeitraum zu berücksichtigen. Unter den für dieses Beispiel angenommenen Rahmenbedingungen ergibt sich daraus eine Amortisation nach rund 15 bis 16 Monaten.

Die tatsächliche Amortisationszeit kann je nach Systemkonfiguration, Einsatzbereich und individuellem Einsparpotenzial abweichen.

Versteckte Kosten: Diese fünf Fragen sollten Sie jedem Anbieter stellen

  1. Was kostet die ERP-Anbindung – Projekt oder Konfiguration
    ‍
    Individualentwicklung ist der häufigste Kostentreiber nach dem Kauf. Auch bei In-House-Entwicklungen entstehen Kosten.
  2. Was kostet eine Layout-Änderung?
    ‍
    Regale umbauen, Sortiment erweitern: Bei verkabelten Systemen jedes Mal ein Einsatz, bei Funk-Modulen eine Umsteck-Aufgabe.
  3. Bin ich an Ihre Hardware gebunden?
    ‍
    Hardware-Lock-In macht jede Erweiterung zum Monopolpreis. Hardwareunabhängige Plattformen halten den Wettbewerb offen.
  4. Was passiert bei neuen Use Cases?
    ‍
    Wer später eKanban oder digitale Etiketten ergänzen will, zahlt bei Einzellösungen ein zweites System. Mit einer Plattform wird der Use Case auf Grundlage der bestehenden Hardware einfach aktiviert.
  5. Was ist in der Lizenz enthalten?
    ‍
    Updates, Support, Hosting, oder kommt jede Position extra?

Klein anfangen: der Pilot

Niemand muss mit 1.000 Fächern starten. Bewährt hat sich ein Pilot mit einer Zone oder Linie. Gerade kabellos ist der Aufbau in Tagen statt Wochen erledigt, und die gemessenen Zahlen aus dem Pilot machen die Investitionsentscheidung für den Rollout einfach. Genau so starten die meisten unserer Projekte: mit der Plug-&-Play-Lösung von ekko auf dem Bestandsregal.

Häufige Fragen zu Pick-by-Light-Kosten

Was kostet ein Pick-by-Light-Modul?

Marktüblich zwischen 10 und 250 Euro pro Lagerfach – einfache, aber dynamisch beschreibbare eInk-Displays (ESLs) liegen am unteren, verkabelte und dauerbestromte Module am oberen Ende der Spanne.

Was kostet die Installation?

Bei verkabelten Systemen kommen je nach Regalsituation 25 bis 150 Euro Elektroinstallation pro Fach hinzu, plus Controller und Kabelwege. Kabellose Systeme brauchen stattdessen nur wenige Funk-Gateways und werden ohne Elektriker an der Hallendecke oder -wand montiert.

Wie schnell amortisiert sich ein Pick-by-Light-System?

Wie schnell sich ein Pick-by-Light-System amortisiert, hängt von der Anfangsinvestition, den laufenden Kosten und dem tatsächlichen Einsparpotenzial im jeweiligen Prozess ab. In unserem Rechenbeispiel ergibt sich unter Berücksichtigung der Gesamtkosten des Systems eine Amortisationszeit von rund 15 bis 16 Monaten. Kabellose Systeme können dabei insbesondere durch den geringeren Installationsaufwand einen Vorteil gegenüber verkabelten Lösungen bieten.

Kann ich Pick-by-Light mieten statt kaufen?

Die Software wird heute meist als SaaS-Lizenz betrieben (inklusive Updates und Support, zzgl. Hosting). Lizenzmodelle mit individuellen Laufzeiten erhöhen die Flexibilität, um sich schnell neuen Marktentwicklungen anzupassen.

Was kostet das Nachrüsten bestehender Regale?

Bei kabellosen Modulen fallen im Wesentlichen Kosten für die Module selbst sowie für die Lizenzen an. Da sie ohne aufwendige Elektroinstallation am vorhandenen Regal montiert werden, werden entsprechende Kosten eingespart. Ekko bietet zudem attraktive Konditionen bei höheren Abnahmemengen. Das Nachrüsten erweist sich hingegen insbesondere bei verkabelten Systemen als kostspielig.
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