Digitale Kommissionierung

Pick-by-Light: die größten Vorteile der digitalen Kommissionierung

4. September 2026

ekko Wissen
Pick-by-Light im Sequenz-Picking für die Automobilbranche und Industrie

Fehlgriffe, Suchzeiten, Papierlisten: In der manuellen Kommissionierung entstehen die meisten Fehler nicht durch Unachtsamkeit, sondern durch unklare Anweisungen. Pick-by-Light löst genau das — mit Lichtsignalen direkt am Regalfach, die jedem Mitarbeitenden ohne Einarbeitung zeigen, wo und wie viel zu entnehmen ist. In diesem Beitrag erklären wir, wie die Methode funktioniert, welche Vorteile sie messbar bringt, wo ihre Grenzen liegen und worauf es bei der Einführung ankommt.

Was ist Pick-by-Light? Pick-by-Light ist eine beleglose Kommissioniermethode, bei der Leuchtanzeigen am Lager- oder Regalfach signalisieren, wo und in welcher Menge ein Artikel zu entnehmen ist. Die Entnahme wird per Tastendruck quittiert und in Echtzeit an das ERP- oder Lagerverwaltungssystem zurückgemeldet. Im Englischen ist die Methode als Pick-to-Light bekannt — beide Begriffe bezeichnen dasselbe System.

So funktioniert Pick-by-Light Schritt für Schritt

Das Prinzip ist in fünf Schritten erklärt:
  1. Ein Kommissionier- oder Bereitstellungsauftrag kommt aus dem ERP-, WMS- oder MES-System.
  2. Am betreffenden Fach leuchtet die LED-Anzeige auf; ein Display zeigt die Entnahmemenge.
  3. Der Mitarbeitende entnimmt den Artikel — ohne Liste, ohne Scannen, ohne Suchen.
  4. Die Entnahme wird per Quittiertaste bestätigt.
  5. Das System meldet den Vorgang in Echtzeit zurück und schaltet zur nächsten Position.
Neben der Entnahme gibt es die umgekehrte Variante Put-to-Light: Hier zeigt das Licht an, in welches Fach ein Artikel einsortiert oder verteilt werden soll — etwa beim Einlagern oder bei der Verteilung auf Aufträge. Und auch bei der Hardware gibt es einen entscheidenden Unterschied: Klassische Systeme werden fest verkabelt, moderne Systeme wie das von ekko arbeiten mit kabellosen Funk-Modulen, die sich ohne Elektroinstallation an bestehenden Regalen montieren und jederzeit versetzen lassen.

Die sieben größten Vorteile von Pick-by-Light

1. Die Fehlerquote sinkt drastisch. Klare Lichtsignale ersetzen das Abgleichen von Artikelnummern und Listen. In der Praxis sinkt die Fehlerquote um bis zu 80 Prozent — jeder vermiedene Fehlgriff spart Nacharbeit, Retouren und im schlimmsten Fall einen Bandstillstand beim Kunden.

2. Kommissionieren wird messbar schneller. Ohne Such- und Lesezeiten steigt die Pickleistung deutlich: Ein Onlinehändler steigerte seine Kommissioniergeschwindigkeit mit dem ekko Pick- und Put-to-Light-System um 35 Prozent.

3. Einarbeitung in Minuten statt Tagen. Dem Licht folgen kann jeder ab der ersten Schicht — ideal bei Saisonkräften, Aushilfen und hoher Fluktuation. Schulungsaufwand und Anlernfehler entfallen fast vollständig.

4. Schluss mit Papier und Listen. Pickliste, Laufzettel und manuelles Abhaken entfallen. Das spart nicht nur Material, sondern vor allem die Fehler, die beim Übertragen entstehen.

5. Echtzeit-Transparenz im Bestand. Jede Quittierung fließt sofort ins ERP- oder Lagerverwaltungssystem zurück. Bestände stimmen, Aufträge sind nachverfolgbar, Engpässe werden sichtbar, bevor sie entstehen.

6. Der Materialfluss wird steuerbar. Pick-by-Light funktioniert nicht nur im Lager, sondern auch bei der Materialbereitstellung am Arbeitsplatz — und lässt sich mit eKanban kombinieren, sodass Nachschub automatisch ausgelöst wird, sobald ein Behälter zur Neige geht.

7. Die Arbeit wird angenehmer. Weniger Suchen, weniger Unsicherheit, weniger Stress: Mitarbeitende bewerten lichtgeführte Kommissionierung durchweg positiv — ein unterschätzter Faktor in Zeiten von Fachkräftemangel.
Pick-by-Light kabellose Integration an Regalen und Lagerschränken

Wo Pick-by-Light eingesetzt wird

Überall dort, wo Geschwindigkeit und Genauigkeit zählen: in der Kommissionierung von Handels- und E-Commerce-Lagern, in der Montageversorgung des Maschinenbaus, in Medizintechnik und Krankenhauslogistik — und besonders in der Automobilindustrie, wo Bauteile sequenzgenau ans Band müssen. Ein Beispiel aus der Praxis: BMW setzt die Pick-to-Light-geführte Sequenzierung von ekko in zwölf Werken weltweit ein — vom Materialsupermarkt bis zur Montagelinie.
Durchschnittliche Zeiteinsparung im Vergleich:
Infografik der durchschnittlichen Zeiteinsparung durch verschiedene Picking und Kommissioniermethoden im Vergleich. Gemessen an Pick-by-Paper, Pick-by-Light, Pick-by-CMD und Pick-by-HUD.
Die Studie zeigt: Lichtgeführte Kommissionierung spart gegenüber der Papierliste rund ein Drittel der Zeit pro Auftrag. Kopf- und wagenmontierte Displays waren im Testaufbau teils noch schneller — Datenbrillen scheitern in der Praxis aber oft an Kosten und Akzeptanz. Deshalb bietet ekko neben Pick-by-Light auch Pick-by-CMD an: Die Methode soll dem Prozess folgen, nicht umgekehrt.

Hat Pick-by-Light auch Nachteile?

Ja — allerdings betreffen die meisten davon die klassische, verkabelte Systemgeneration. Die drei häufigsten Einwände:
  • Hohe Installationskosten: Bei verkabelten Systemen muss jedes Fach elektrisch angeschlossen werden. Kabellose Funk-Module entlasten genau diesen Posten — sie werden am bestehenden Regal montiert, ganz ohne Elektriker.
  • Unflexibel bei Umbauten: Ändert sich das Sortiment oder das Regallayout, wird Verkabelung zur Dauerbaustelle. Funkbasierte Anzeigen lassen sich in Minuten versetzen.
  • Ein Fach, eine Anzeige: Pick-by-Light lohnt dort, wo Positionen häufig angefahren werden. Für selten bewegte Artikel oder sehr große Sortimente kombiniert man es sinnvollerweise mit anderen Methoden.
Im Methodenvergleich gilt als Faustregel: Pick-by-Voice hält die Hände frei, braucht aber Einarbeitung und wird bei hoher Positionsdichte langsamer. Scanner-geführtes Kommissionieren ist günstig, aber der langsamste der drei Wege. Pick-by-Light spielt seine Stärken aus, wenn viele Picks auf engem Raum schnell und fehlerfrei laufen müssen — etwa in Kommissionierzonen, an Durchlaufregalen und in der Sequenzbildung.

Anbindung an ERP, WMS und MES

Ein Pick-by-Light-System ist nur so gut wie seine Integration. Erst wenn Aufträge automatisch aus dem Führungssystem ankommen und Quittierungen in Echtzeit zurückfließen, entsteht ein durchgängiger Prozess. Die ekko-Plattform bindet sich dafür über offene Schnittstellen an — REST-API, Webhooks und MQTT, unter anderem an SAP. Der entscheidende Unterschied zu Individualprojekten: Prozesse werden konfiguriert statt programmiert. Neue Abläufe, zusätzliche Zonen oder geänderte Regeln sind eine Einstellung, kein Software-Projekt.

Einführung und ROI: So gelingt der Start

Bewährt hat sich ein stufenweiser Einstieg: zuerst die Prozessanalyse mit klarer Zieldefinition, dann ein Pilotbereich — etwa eine Kommissionierzone oder eine Montagelinie —, dann der Rollout. Wichtig sind die frühe Einbindung der Mitarbeitenden und ein Anbieter, der Modularität und offene Schnittstellen mitbringt, damit das System mit den Prozessen wachsen kann. Wirtschaftlich rechnet sich das schnell: Durch eingesparte Zeit und vermiedene Fehler amortisieren sich Pick-by-Light-Projekte häufig in unter zwölf Monaten — bei kabellosen Systemen noch schneller, weil die Installationskosten weitgehend entfallen. Wir zeigen Ihnen gern anhand Ihrer Prozesse, wie die Rechnung für Ihren Shopfloor aussieht.

Häufige Fragen zu Pick-by-Light

Was ist Pick-by-Light?

Eine beleglose Kommissioniermethode: Leuchtanzeigen am Regalfach zeigen, wo und in welcher Menge ein Artikel zu entnehmen ist. Die Entnahme wird per Taste quittiert und in Echtzeit ans ERP- oder Lagerverwaltungssystem gemeldet.

Was ist der Unterschied zwischen Pick-by-Light und Pick-to-Light?

Keiner — beide Begriffe bezeichnen dasselbe System. „Pick-by-Light" ist im deutschsprachigen Raum üblich, international hat sich „Pick-to-Light" durchgesetzt.

Was ist der Unterschied zu Put-to-Light?

Pick-to-Light steuert die Entnahme, Put-to-Light das Einsortieren: Das Licht zeigt an, in welches Fach ein Artikel gelegt werden soll — etwa beim Einlagern oder Verteilen auf Aufträge. Beide Varianten laufen auf derselben Hardware.

Was kostet ein Pick-by-Light-System?

Das hängt vor allem von der Anzahl der Fächer und der gewählten Hardware ab. Bei klassischen Systemen kommt die Elektroinstallation je Fach hinzu; bei kabellosen Systemen entfällt dieser Posten, was den Einstieg deutlich günstiger macht. Die meisten Projekte amortisieren sich in unter zwölf Monaten.

Lässt sich Pick-by-Light auf bestehende Regale nachrüsten?

Ja. Kabellose Funk-Module werden ohne Elektroinstallation direkt am Bestandsregal montiert und lassen sich bei Layout-Änderungen jederzeit versetzen.

Für welche Branchen eignet sich Pick-by-Light?

Überall, wo schnell und fehlerfrei kommissioniert oder Material bereitgestellt wird: Automobilindustrie, Maschinenbau, Logistik und E-Commerce, Medizintechnik, Krankenhäuser und Handel.
Sie möchten Pick-by-Light in Ihrem Lager oder Ihrer Produktion testen? Hier finden Sie die Plug-&-Play-Lösung von ekko — oder sprechen Sie direkt mit uns.
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